
Verborgenes Sri Lanka, 13 Tage
Galle, Sri Lanka
13 Tage
Ein Tag an Sri Lankas Südküste: hinaus auf der Küstenstraße vorbei an Stelzenfischern, der Bucht von Weligama und Mirissa, dann auf ruhigen Nebenstraßen durch Regenwald und kleine Plantagen zurück. Durchgehend Asphalt.
Galle ist der natürliche Ausgangspunkt für Touren an Sri Lankas Südküste, und diese Runde zeigt Ihnen beide Seiten der Region. Die erste Hälfte folgt der A2, der alten Küstenstraße, von den Mauern des Galle Fort nach Osten: vorbei an der Bucht von Unawatuna, den Stelzenfischern von Koggala und Ahangama, dem langen Surfstrand von Weligama und der palmengekrönten Landzunge bei Mirissa bis an den Rand von Matara. Dann biegt die Route ins Landesinnere ab und führt auf einem völlig anderen Weg zurück – über schmale B-Straßen durch Dörfer, Reisfelder, kleine Tee- und Zimtplantagen und ein Stück Tieflandregenwald bei Kottawa.
Hoch hinaus geht es hier nirgends: Die gesamte Runde bleibt unter etwa 70 Metern, und die Straßen im Inland wellen sich sanft auf und ab, statt zu klettern. Was die Tour mittelschwer macht, ist der Verkehr. Die A2 ist die Hauptstraße entlang der Küste und den ganzen Tag über voller Busse, Lastwagen, Tuk-Tuks und Roller – und die Busse werden hier forsch gefahren. Die Nebenstraßen sind ruhiger, aber eng, mit unübersichtlichen Kurven, Fußgängern am Fahrbahnrand und Hunden, die auf dem Asphalt schlafen. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert, ein gemieteter 125-cm³-Roller reicht völlig aus; geeignet ist sie für Fahrer, die bereits etwas Erfahrung mit dem Verkehr in Südasien haben.
Längster Abschnitt ohne Tankstelle: etwa 37 km, zwischen km 64 und km 101.
Start

Die alte ummauerte Stadt auf ihrer Landzunge, UNESCO-Welterbe, von den Portugiesen erbaut und von den Niederländern befestigt, mit Wällen, auf denen Sie einmal ganz herumlaufen können. Starten Sie am Uhrturm beim Haupttor: In den engen Gassen im Inneren geht es langsam voran, und überall sind Fußgänger unterwegs – daher trifft man sich am besten hier und fährt dann los.
Tipp: Brechen Sie früh auf. Vor etwa 8 Uhr ist auf der Küstenstraße am wenigsten los, und die Wälle heben Sie sich ohnehin für später auf, zum Sonnenuntergang.
Die Streckekm 0–13
Vom Fort aus fahren Sie auf der A2 nach Osten, durch die Außenbezirke der Stadt und vorbei an der Abzweigung zur Bucht von Unawatuna. Dies ist der langsamste Abschnitt des Tages: Die Straße ist schmal, Läden und Bushaltestellen säumen beide Seiten, und Tuk-Tuks scheren ohne Vorwarnung aus. Halten Sie sich links und lassen Sie die Busse vorbei.
Die Streckekm 13–29
Hinter Koggala verläuft die A2 über weite Strecken in Sichtweite der Brandung durch Ahangama und Midigama, dann folgt die AB41 dem Bogen der Bucht von Weligama. Die Strecke ist flach und überwiegend gerade, das Meer liegt zu Ihrer Rechten. Achten Sie auf Menschen, die zum Strand hinüberlaufen, und auf Sand, der auf die Fahrbahn geweht wurde.
Sehenswürdigkeit
15–30 Min. einplanen

Am Ufer bei Koggala und weiter Richtung Ahangama stehen Pfähle im flachen Wasser, auf deren Querstange Fischer sitzen und mit der Rute über der Brandung angeln. Es ist eines der bekanntesten Motive Sri Lankas. Viele der Männer auf den Pfählen sind heute für die Besucher da und erwarten für Fotos ein Trinkgeld; an manchen Morgen sieht man aber auch, wie ernsthaft gefischt wird. Gleich landeinwärts erstreckt sich hinter der Straße die Koggala-Lagune, und im Heimatdorf des Schriftstellers steht das Martin Wickramasinghe Folk Museum.
Tipp: Parken Sie weit abseits der Fahrbahn: Die A2 ist hier schmal, und die Busse fahren dicht am Rand vorbei.
Kaffee
30 Min. einplanen
Die Straße verläuft direkt an einer weiten, flachen Bucht mit langem Sandstrand entlang, an dem Auslegerboote auf den Sand gezogen sind und Surfer in den sanften Wellen unterwegs sind. Cafés und einfache Restaurants säumen die Straße – ein guter Ort für die erste Pause.
Tipp: Zwischen hier und Mirissa gibt es Tankstellen an der A2 – eine gute Gelegenheit zum Nachtanken.
Die Streckekm 29–43
Die A2 führt hinter Mirissa weiter Richtung Matara, oft ein Stück vom Meer zurückversetzt. Vor der Stadt wird der Verkehr dichter; biegen Sie noch vor dem Zentrum an ihrem westlichen Rand landeinwärts auf die A24 ab.
AussichtspunktAbstecher
20–30 Min. einplanenEin paar hundert Meter über einen Seitenweg von der A2

Gleich hinter dem Strand von Mirissa ragt eine kleine Landzunge mit hohen Kokospalmen über das Meer. Es ist der meistfotografierte Ausblick dieser Küste, und von oben blicken Sie zurück auf den geschwungenen Sandstrand von Mirissa. Mirissa selbst, ein paar hundert Meter zurück an der Straße, bietet sich mit seinen Fischrestaurants am Strand zum Mittagessen an.
Tipp: Lassen Sie das Motorrad am Ende des Weges stehen und gehen Sie das letzte Stück zu Fuß; kommen Sie früh oder spät am Tag, wenn das Licht weicher ist und weniger Leute da sind.
Die Streckekm 43–64,5
Die A24 führt nordwärts durch das Tal des Nilwala, vorbei an einer langen Kette von Dörfern, Reisfeldern und Kokospalmenhainen. Die Straße ist stark von Bussen befahren, aber breiter und entspannter als die Küstenstrecke und nahezu flach.
Essen
30–45 Min. einplanen
Eine geschäftige Marktstadt im Landesinneren an der Kreuzung der A24 aus Matara mit der A17 Richtung Deniyaya. Eine Sehenswürdigkeit ist sie nicht, doch hier wechselt die Tour ihren Charakter: Ab hier verlassen Sie die Hauptstraßen und fahren auf schmalen B-Straßen nach Westen. Einfache Restaurants rund um die Kreuzung servieren mittags Reis mit Curry.
Tipp: Tanken Sie hier voll. Die Tankstelle in Akuressa ist bis zum Stadtrand von Galle die letzte auf der Runde.
Die Streckekm 64,5–97,4
Das fahrerische Highlight des Tages. Die B4, B480 und B238 schlängeln sich westwärts durch niedrige, grüne Hügel mit kleinen Tee-, Kautschuk- und Zimtpflanzungen, dann führt die B129, die Straße Galle–Udugama, am Kottawa-Wald vorbei und südwärts Richtung Galle. Die Sträßchen sind oft gerade so breit, dass ein Bus und ein Motorrad aneinander vorbeipassen; fahren Sie in uneinsehbaren Kurven langsam und rechnen Sie mit Menschen, Hunden und Rindern auf der Fahrbahn.
Sehenswürdigkeit
45–90 Min. einplanen

Ein kleines Schutzgebiet mit immergrünem Tieflandregenwald an der Straße von Galle nach Udugama, mit Wanderwegen unter hohen Bäumen, einem Bach und einem natürlichen Becken. Es ist ein seltenes Überbleibsel des Waldes, der einst diesen Teil der Insel bedeckte, und ein guter Ort für Vogelbeobachtungen – darunter Arten, die nur auf Sri Lanka vorkommen.
Tipp: Die Wege können schlammig sein, und nach Regen gibt es mitunter Blutegel – tragen Sie daher geschlossene Schuhe statt Sandalen.
Die Streckekm 97,4–104,9
Über die B594, A17 und A2 gelangen Sie durch die nördlichen Vororte von Galle zurück zum Fort. Am späten Nachmittag herrscht dichter Verkehr. Die letzten 3 km zum Fort fahren Sie auf derselben Straße, auf der Sie morgens aufgebrochen sind.
Ziel
Die Runde führt auf der A2 zurück nach Galle und endet dort, wo sie begann: am Haupttor des Forts. Spazieren Sie auf den Wällen bis zum Leuchtturm und zum Flag Rock und genießen Sie den Sonnenuntergang über dem Meer.
Sie benötigen eine Fahrerlaubnis für Motorräder, die in Sri Lanka anerkannt wird. Ein ausländischer Führerschein allein reicht in der Regel nicht aus: Meist ist eine sri-lankische Genehmigung bzw. ein befristeter Führerschein oder ein Internationaler Führerschein mit Motorradklasse erforderlich, und die Vorschriften haben sich in den letzten Jahren geändert. Informieren Sie sich vor der Fahrt über die aktuellen Regeln und prüfen Sie, ob Ihre Reiseversicherung Sie auch auf dem Motorrad abdeckt.
Für die flache Küste und die sanften Straßen im Hinterland genügt ein 125-cm³-Roller völlig. Etwas mehr Leistung macht das Überholen langsamer Lkw auf der A2 jedoch einfacher und sicherer. Auf den Schnellstraßen Sri Lankas sind Motorräder nicht erlaubt – falls Ihr Navi Ihnen den Southern Expressway zurück nach Galle vorschlägt, ignorieren Sie das.
Entlang der A2 zwischen Galle und Matara gibt es zahlreiche Tankstellen. Im Hinterland finden Sie eine Tankstelle in Akuressa, danach auf den Nebenstraßen keine mehr bis zum Stadtrand von Galle – tanken Sie also in Akuressa voll.
Von Dezember bis April ist an der Südküste Trockenzeit, mit ruhiger See und klaren Morgen. Der Südwestmonsun bringt etwa von Mai bis September häufig heftigen Regen, und auch Oktober und November sind oft nass. Ganz gleich, wann Sie fahren: Starten Sie früh, denn die Mittagsstunden sind sehr heiß, und nachmittags sind Gewitter häufig.
In Sri Lanka herrscht Linksverkehr, und für Fahrer wie Sozius gilt Helmpflicht. Auf der A2 dominieren Busse mit aggressiver Fahrweise: Sie überholen in den Gegenverkehr hinein und ziehen an Haltestellen abrupt nach links. Wenn ein Bus von hinten aufschließt, weichen Sie nach links aus und lassen Sie ihn vorbei. Auf den Nebenstraßen gewähren Sie in engen Kurven allem Vorrang, was größer ist als Sie.
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